Frauen mit Thrombophilie können nicht mehr Fehlgeburten haben

Frauen mit Thrombophilie können nicht mehr Fehlgeburten haben

Thrombophilie ist eine Blutkrankheit, die eine Behandlung mit Blutverdünnern erfordert. Laut einer Studie, die in Human Reproduction veröffentlicht wurde, können Frauen mit dieser Erkrankung aufgrund der Verwendung von Blutverdünnern ein höheres Risiko für starke Blutungen während der Geburt haben. Forscher in einer Sekundärstudie zeigten jedoch, dass ein erhöhtes Blutungsrisiko nicht mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden ist.
Ungefähr eine von 100 Frauen leidet an drei oder mehr Fehlgeburten hintereinander. Zu den Faktoren, die mit multiplen Fehlgeburten einhergehen, gehören Alter, Gebärmutterstruktur und Chromosomenanomalien. Diese Studie zielte darauf ab, mehr Informationen über einen möglichen Zusammenhang zwischen multiplen Fehlgeburten und Thrombophilie zu liefern.
Insgesamt wurden 363 Frauen in die Studie eingeschlossen. Von diesen Frauen lieferten 224 Vollzeit-Babys. Fünf Babys wurden tot geboren und 133 erlitten Fehlgeburten. Zunächst war die Rate der Fehlgeburten bei Frauen mit Thrombophilie mit einer Geburtenrate von nur 46% höher im Vergleich zu 63% bei Frauen ohne diese Krankheit. Die Forscher berücksichtigten jedoch Alter und andere Risikofaktoren und passten die Raten basierend auf diesen Faktoren an. Der angepasste Prozentsatz der Geburtenrate war nah genug, um statistisch identisch zu sein.
Frauen in der Studie, die wegen Thrombophilie behandelt wurden, litten in einigen Fällen an erhöhten Blutungen. Die Forscher stellten fest, dass die Studie auf das Fehlgeburtrisiko abzielte und nicht auf die Wirkung von Blutverdünnern auf die Gesundheit der Schwangerschaft im Allgemeinen oder das Risiko von Blutungen. Aufgrund der geringen Größe der Studie wollen die Forscher die Größe der Studie erhöhen und das potenzielle Risiko von Blutverdünnern untersuchen, die bei Frauen mit Thrombophilie und möglicherweise anderen Blutkrankheiten, die eine Blutverdünnung erfordern, mehrere aufeinanderfolgende Fehlgeburten verursachen.
Quelle: M. Lund, HS Nielsen, TV Hviid, R. Steffensen, A. Nyboe Andersen, OB Christiansen. Menschliche Fortpflanzung. 13. September 2010.